Jodmangel

Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement, da es eine entscheidende Rolle in der Produktion der Schilddrüsenhormone T3 und T4 übernimmt. Die beiden wichtigen Hormone Trijodthyronin (T3) sowie Thyroxin (T4) sind erheblich an der Regulierung des Stoffwechsels sowie des Kreislaufs beteiligt.

Ein dauerhafter Jodmangel kann sich somit negativ auf Herz, Kreislauf, Verdauung sowie auf die geistige Leistungsfähigkeit auswirken.

 

Was ist Jod und wie gelangt es in den menschlichen Körper?

 

Das wichtige Spurenelement kann nicht selbst vom menschlichen Organismus produziert werden und muss somit durch die Nahrung aufgenommen werden. Als Jodmangelgebiet ist in deutschen Böden nur noch eine geringe Menge des Spurenelements vorhanden und gibt somit auch beim Anbau von Getreide oder Gemüse nur einen unzureichenden Jodgehalt an die jeweiligen Lebensmittel ab.

Aus diesem Grund wird bereits seit einigen Jahren Speisesalz, das zum Würzen von Speisen verwendet wird, mit zusätzlichem Jod angereichert. Das industriell hergestellte Tierfutter für Tiere, die zur Milch- oder Fleischgewinnung gehalten werden, wird mit einem Jodzusatz versehen, um Verbrauchern auch bei der Ernährung eine zusätzliche Aufnahme des wichtigen Spurenelements zu ermöglichen.

 

Symptome eines Jodmangels

 

Wird der menschliche Organismus über einen längeren Zeitraum nicht mit einer ausreichenden Menge an Jod versorgt, lassen sich einige vielfältige Symptome des Jodmangels im Körper beobachten. In vielen Fällen treten die Anzeichen des Jodmangels erst schleichend auf und werden von Betroffenen kaum beachtet.

Häufig kommt es jedoch zu einer Vergrößerung der Schilddrüse (Struma), die mit einem ansteigenden Wachstum des Schilddrüsengewebes den mangelnden Jodgehalt auszugleichen versucht.

Symptome, die bei Jodmangel auftreten können:
 




 

Erwachsene:

  • Vergrößerung der Schilddrüse (Struma)
  • Knotenbildung
  • Depressive Stimmlage
  • Eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit
  • Plötzliche Gewichtszunahme bei gleichem Essverhalten
  • Haarausfall
  • Brüchige Nägel und stumpfe Haare
  • Dauerhafte Müdigkeit
  • Trockene und blasse Haut
  • Konzentrationsstörungen
  • Kälteempfindlichkeit
  • Geschwollene Augenlider
  • Schwellungen im Augen- und Wangenbereich
  • Rauhe, heisere Stimme
  • Enge oder Druckgefühl im Hals
  • Schluck- oder Atembeschwerden
  • Kloß-Gefühl im Hals
  • Sichtbare Vergrößerung im vorderen Kehlkopf-Bereich
  • Gestörte Fruchtbarkeit bei Männern und Frauen
  • Gestörtes sexuelles Verlangen
  • Zyklusstörungen bei Frauen

 

Bei Kindern und Jugendlichen:

  • Müdigkeit
  • Konzentrationsschwäche und Lustlosigkeit
  • Gesteigerte Nervosität
  • Schlechte schulische Leistungen
  • Beeinträchtigung der körperlichen und geistigen Entwicklung

 

Schwangere und stillende Mütter

  • Risiko einer Fehl- oder Frühgeburt
  • Depression
  • Struma- Bildung
  • Wachsstumsstörung des ungeborenen Kindes
  • Gestörtes Wachstum der Lunge des Kindes
  • Hördefekte
  • Gestörte Hirn- und Nervenentwicklung beim Kind

 

Betroffene, die einige dieser Anzeichen bereits bei sich feststellen können, sollten unbedingt den Hausarzt, einen Internisten oder einen Facharzt für Schilddrüsenerkrankungen aufsuchen, die nach eingehender Untersuchung eine wirksame Behandlung in die Wege leiten können.

Schwangere, die bereits an einer Schilddrüsenfehlfunktion leiden oder familiär vorbelastet sind, ist es besonders ratsam den behandelnden Arzt darüber zu informieren, da ein bestehender Jodmangel eine Gefährdung für das ungeborene Kind bedeuten kann.

Eine regelmäßige Kontrolle der Schilddrüsenwerte sowie eine mögliche Behandlung durch zusätzliche Jod-Präparate können die Produktion der Schilddrüsenhormone wieder in geordnete Bahnen lenken.

 

Gesundheitliche Risiken bei langfristigem Jodmangel

 

Psychische Gesundheitsrisiken:

 

Ein akuter Jodmangel, der sich über eine längere Zeit hinzieht und nicht ausreichend durch zusätzliche Jod-Präparate ausgeglichen wird, kann schwere gesundheitliche Folgen nach sich ziehen.

Neben den zahlreichen körperlichen Symptomen, wie ständiger Müdigkeit, Antriebs- und Konzentrationsschwäche sowie Haarausfall kann ein dauerhafter Jodmangel auch psychische Beschwerden, wie Halluzinationen, Wahnzustände oder starke Depressionen hervorrufen.

Betroffene fühlen sich nicht mehr bewusst als ein Teil der öffentlichen Gesellschaft, sondern fühlen sich von der Umwelt ausgeschlossen.
 




 

Physische Gesundheitsrisiken:

 

Wird der Körper auf Dauer nicht mit einer ausreichenden Menge an Jod versorgt, steigt unweigerlich der Cholesterinspiegel im Blutkreislauf. Cholesterin, als wichtiger Fettbaustein, spielt eine wichtige Rolle im Energiehaushalt und sorgt für den Abtransport vorhandener Ablagerungen in den Gefäßen.

Ein erhöhter Cholesterinspiegel kann somit zu einer Verengung der Herzkranzgefäße (Atheroskierose) führen und lebensbedrohliche Folgen haben.

In seltenen Fällen kann die durch einen längerfristigen Jodmangel hervorgerufene unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion zu einem hypothyreoten Koma (Myxödemkoma) führen, das mit einer sofortigen Einweisung ins Krankenhaus verbunden ist und in den meisten Fällen mit einer hohen Dosis an synthetischem Levothyroxin behandelt werden muss.

 

Vorbeugung durch die richtige Ernährung

 

Um einem Jodmangel vorzubeugen kommt es zunächst einmal auf die richtige Ernährung mit jodhaltigen Lebensmitteln sowie der Verwendung mit Jod versetztem Speisesalz bei der Zubereitung an.

Den täglichen Jod-Bedarf eines Erwachsenen (200 Mikrogramm) kann man nicht nur mit dem Verzehr von Fisch oder Meeresfrüchten, die mindestens 1 – 2 mal pro Woche auf dem Speiseplan stehen sollten, sondern auch mit dem Genuss von Milchprodukten, wie Milch, Käse oder Joghurt, decken.

Jodsalz gilt als wichtiger Jod-Lieferant, da ein Teelöffel des jodhaltigen Speisesalzes 100 Mikrogramm Jod enthält und somit den täglichen Bedarf bereits bis zur Hälfte abdeckt.

Frische Salate oder Gemüsesorten, wie Feldsalat oder Rettich enthalten ebenfalls einen nicht unerheblichen Jodgehalt. Beim Kauf von Brotwaren sollte man sich vorab beim Hersteller erkundigen, ob die gewünschte Brotsorte mit jodhaltigem Speisesalz gewürzt wurde. Auf das beliebte Fast Food sollte man, wenn möglich, verzichten und sich beim Kochen auf frische Lebensmittel konzentrieren.

 

Behandlung eines bereits bestehenden Jodmangels

 

Wer bereits von einem Jodmangel betroffen ist, sollte sich umgehend an einen Arzt wenden, der mit einer geeigneten medikamentösen Therapie zur Besserung der Beschwerden beitragen sowie den bestehenden Jodmangel, ausgleichen kann. In den meisten Fällen verabreichen Mediziner zusätzliche Jodtabletten, die das Defizit an Jod ausgleichen.

Dabei sollten Betroffene besonders auf die Nebenwirkungen achten, die bei der Einnahme von Jodhaltigen Arzneimitteln auftreten können. Mögliche Nebenwirkungen, wie Hautausschlag, allergische Reaktionen, Schnupfen, Reizhusten sowie Kopfschmerzen und Durchfall sind nur einige der Begleiterscheinungen, die die Einnahme von Jodtabletten mit sich bringen können.

In solchen Fällen ist eine ärztliche Beratung unumgänglich.

Hat sich beim Patienten bereits ein Kropf aufgrund des Jodmangels gebildet, verordnen Mediziner häufig zusätzliche künstliche Schilddrüsenhormone, wie L-Thyroxin, die die fehlende oder verminderte Hormonproduktion in der Schilddrüse ausgleichen.

 

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