Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Eine Schilddrüsenerkrankung geht nicht immer mit eindeutigen Symptomen einher und lässt sich selbst von Medizinern nur mit sorgfältig durchgeführten Tests diagnostizieren. Neben der Überfunktion der wichtigen Drüse im vorderen Bereich des Kehlkopfs, gehört die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) zu den häufigsten Stoffwechselerkrankungen unserer modernen Gesellschaft.

Während sich eine latente Schilddrüsenunterfunktion bei Betroffenen kaum bemerkbar macht und nur durch einen eingehenden Schilddrüsenunterfunktions-Test im Blut nachweisen lässt, verursacht ein erhöhter Hormonmangel starke Beschwerden, die die Lebensqualität eines Betroffenen erheblich einschränken können.

Als Schilddrüsenunterfunktion bezeichnet man die fehlende oder verminderte Produktion der Hormone Thyroxin und Trijodthyronin in der Schilddrüse. Die beiden wichtigen Hormone sind erheblich an der Regulierung des menschlichen Stoffwechsels und somit auch am Energiehaushalt und der damit verbundenen Leistungsfähigkeit beteiligt.

Ein dauerhaft niedriger Hormonspiegel beeinflusst die Leistungsfähigkeit des Körpers, den Kreislauf sowie das seelische Wohlbefinden des Menschen. Eine Unterfunktion ist nur in wenigen Fällen heilbar und bedarf oftmals einer lebenslangen Einnahme der entsprechenden Medikamente zur Regulierung der Schilddrüsenunterfunktion sowie regelmäßigen Routine-Untersuchungen des behandelnden Facharztes.

 

Ursachen für eine Schilddrüsenunterfunktion

 

Die Schilddrüsenunterfunktion kann unterschiedliche Ursachen haben. In seltenen Fällen ist die Störung des Organs bereits von Geburt an gegeben während die meisten Patienten erst mit zunehmenden Lebensalter aufgrund dauerhaftem Jodmangel oder einer akuten Schilddrüsenentzündung von der Unterfunktion betroffen sind. In einigen Fällen liegt der Erkrankung eine Störung der für die Hormonbildung verantwortlichen Zentren des Gehirns vor.

 

Fachärzte unterscheiden zwischen unterschiedlichen Formen der Schilddrüsenunterfunktion:

  • Primäre Schilddrüsenunterfunktion: die Ursache des Hormonmangels liegt im Organ selbst und wird durch eine bereits angeborene Unterfunktion aufgrund einer fehlenden oder fehlerhaft arbeitenden Schilddrüse ausgelöst sowie der erworbenen Schilddrüsenunterfunktion, die durch die häufig verbreitete Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis hervorgerufen wird.
  • Sekundäre Schilddrüsenunterfunktion: diese Form der Hypothyreose ist eher selten und lässt sich meist auf eine Störung der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) im Gehirn zurückführen. Die Ursachen dieser Fehlfunktion können eine operative Entfernung der Hypophyse, ein Tumor oder ein Schädel-Hirn-Trauma zugrunde liegen.
  • Tertiäre Schilddrüsenunterfunktion: die seltenste Form der Schilddrüsenunterfunktion, die durch eine Störung des Hypothalamus hervorgerufen wird. Der Hypothalamus ist im Gehirn für die Bildung des Hormons TRH zuständig und wirkt somit indirekt bei der Bildung der wichtigen Schilddrüsenhormone mit.

 




 

Welche Symptome treten bei einer Schilddrüsenunterfunktion auf?

 

Die Erkrankung zieht sich meist schleichend über einen längeren Zeitraum hinweg, bevor Betroffene die ersten Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion verspüren. Aus diesem Grund wird sie häufig erst spät erkannt und kann nur durch die entsprechenden Werte im Blut als Schilddrüsenunterfunktion durch den behandelnden Arzt erkannt werden.

Die unterschiedlichen Symptome sind bei einigen Patienten stärker als bei anderen Betroffenen ausgeprägt oder treten in einigen Fällen gar nicht in den Vordergrund.

 

Die häufigsten Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion:

 

  • Kälteempfindlichkeit
  • Antriebslosigkeit, ständige Müdigkeit sowie verminderte Leistungsfähigkeit
  • Beeinträchtigung der Konzentrationsfähigkeit
  • Depressive Verstimmungen
  • Durchblutungsstörungen und blasse Haut
  • Niedriger Blutdruck
  • Gewichtszunahme trotz normalem Essverhalten
  • Störung des Zyklus bei Frauen, junge Frauen mit Kinderwunsch sind bei einer Schilddrüsenunterfunktion meist von einer verminderten oder fehlenden Empfängnisfähigkeit betroffen
  • Schwellungen des Bindegewebes an Armen, Beinen sowie im Gesicht
  • Brüchige Nägel und Haare sowie Haarausfall
  • Verstopfung
  • Muskelschmerzen oder Versteifung des Muskelgewebes
  • Verminderte sexuelle Lust sowie Impotenz

 

Kann man trotz einer diagnostizierten Schilddrüsenunterfunktion abnehmen?

 

Viele Betroffene einer Schilddrüsenunterfunktion leiden unter Übergewicht, das auf die fehlende oder verminderte Hormonproduktion des Organs zurückzuführen ist. Um der ungewollten Gewichtszunahme entgegenzutreten, ist nach eindeutiger Diagnose des behandelnden Arztes, zunächst die geeignete Medikation mit ensprechenen Schilddrüseunterfunktions-Tabletten der erste wichtige Schritt in Richtung Normalgewicht.

Durch die Einnahme künstlicher Schilddrüsenhormone in Tablettenform wird der Stoffwechsel wieder in normale Bahnen gelenkt und schafft somit die Basis für einen erfolgreichen Gewichtsverlust. Die wichtigsten Bausteine, die dauerhaft für einen Verlust der überflüssigen Pfunde sorgen, sind eine ausgewogene Ernährung sowie ausreichend Bewegung.

Mit Hilfe eines speziellen Ernährungsplans sowie einem aktiven Fitness-Programms können Betroffene einer Schilddrüsenunterfunktion nicht nur abnehmen, sondern auch dauerhaft das Gewicht halten.
 





 

Die Schilddrüsenunterfunktion während der Schwangerschaft

 

Frauen, die vor oder während der Schwangerschaft mit einer Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert werden, bedürfen einer besonderen medizinischen Aufmerksamkeit durch den behandelnden Arzt.

Während die Ansprüche an die weibliche Schilddrüse in der Schwangerschaft bereits für nicht erkrankte Frauen besonders hoch sind, stellt sie für Betroffene einer Schilddrüsenerkrankung eine besondere Herausforderung dar.

Schwangere Frauen benötigen eine höhere Zufuhr an Jod. In vielen Fällen kann dieser nicht alleine durch die Ernährung gewährleistet werden und bedarf der Einnahme zusätzlicher Jod-Tabletten.

Tritt vor oder während der Schwangerschaft eine Schilddrüsenunterfunktion auf, muss diese umgehend durch die Einnahme des künstlichen Schilddrüsenhormons Levothyroxin behandelt werden, da der Hormonmangel schwere Fehlbildungen des ungeborenen Kindes verursachen oder zu einer Fehlgeburt führen kann.

 

Welche Behandlungsmethoden sind bei einer Schilddrüsenunterfunktion erfolgreich?

 

Die vollständige Heilung einer Schilddrüsenunterfunktion ist nicht möglich, sondern bedarf in vielen Fällen einer lebenslangen Einnahme der entsprechender Hormonpräparate. Bei regelmäßiger Einnahme der verordneten Tabletten zur Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion ist es Betroffenen jedoch möglich ein ganz normales Leben zu führen.

Die fehlenden oder in geringer Menge vorhandenen Schilddrüsenhormone werden nach ärztlicher Diagnose meist durch die Einnahme des künstlichen Hormons L-Thyroxin ersetzt, das die Aufgabe der natürlich produzierten Hormone des Organs übernimmt. Die L-Thyroxin Tabletten müssen täglich morgens auf nüchternen Magen eingenommen werden.

Die Behandlung erfolgt zunächst mit einer niedrigen Dosierung des Hormons und wird langsam schrittweise gesteigert.

 

Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion mit homöopathischen Mitteln

 

Die Homöopathie hat sich bereits in der Behandlung und Heilung verschiedener Erkrankungen erfolgreich durchgesetzt und bietet auch im Bereich der Schilddrüsenerkrankungen wirkungsvolle natürliche Heilmittel, die Beschwerden lindern und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.

Mit Mineralien, wie Graphites oder Pulsatilla, die nicht nur bei Hautausschlägen Linderung versprechen, sondern auch Verstopfung, Müdigkeit und Übergewicht wirksam entgegentreten, geht die Homöopathie den natürlichen Weg zur Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion.

 

Schilddrüsenunterfunktion – eine gesunde Ernährung ist besonders wichtig

 

Betroffene, die an einer Unterfunktion der Schilddrüse leiden, sollten besonders auf ihre Ernährung achten.

Eine ausgewogene Zufuhr an Jod, Magnesium, lebenswichtigen Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen können die Symptome der Erkrankung positiv beeinflussen und die Lebensqualität des Patienten somit erheblich verbessern.

Fisch, Fleisch, Vorkornprodukte, Hülsenfrüchte, Getreide, Obst, Gemüse und Milchprodukte sollten somit in ausreichender Menge täglich auf dem Speiseplan stehen.

 

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