Hashimoto-Thyreoiditis

Die Hashimoto-Thyreoiditis gehört mit einem Anteil von 80 % zu den weitverbreiteten Schilddrüsenentzündungen. Die Autoimmunerkrankung lässt sich häufiger bei jungen Frauen sowie weiblichen und männlichen Patienten im fortgeschrittenen Alter beobachten und ist bis heute noch nicht umfassend erforscht.

Ihren Namen verdankt die autoimmun-bedingte chronische Entzündung der Schilddrüse dem japanischen Arzt Hashimoto, der bereits im Jahr 1912 die Krankheit erkannte und als erster Mediziner darüber berichtete.

Die Erkrankung verläuft zu Anfang eher schleichend und wird oftmals von Betroffenen nicht bemerkt. In vielen Fällen wird sie meist zufällig bei der alljährlichen Routineuntersuchung anhand der Blutwerte diagnostiziert. Zu Beginn ist in vielen Fällen zunächst eine kurzzeitige Schilddrüsenüberfunktion erkennbar, die sich jedoch im weiteren Krankheitsverlauf in eine Unterfunktion umwandelt.

Hashimoto verläuft vorwiegend in zwei verschiedenen Formen. Während sich bei der klassischen Form der Hashimoto-Thyreoiditis eine Vergrößerung der Schilddrüse oder die Bildung eines Kropfes (Struma) erkennen lässt, geht die atrophische Form der Erkrankung mit einer Zerstörung des Schilddrüsengewebes einher, die eine Verkümmerung des Organs zur Folge hat.

In Deutschland tritt die atrophische Form der Schilddrüsenerkrankung häufiger auf, als das klassische Hashimoto. Aufgrund einiger Studien gehen Mediziner jedoch davon aus, dass die Betroffenen bereits erblich vorbelastet sind, da meist mehrere Familienmitglieder von der Autoimmunkrankheit betroffen sind.

 

Ursachen der Hashimoto-Thyreoiditis

 

Die Ursachen der chronischen Schilddrüsenentzündung sind bis heute noch nicht umfassend geklärt. Experten gehen jedoch davon aus, dass bei vielen Patienten ein in seiner Funktion gestörtes Immunsystem verantwortlich für die Erkrankung der Schilddrüse ist.

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis bildet der Körper aus ungeklärten Gründen Antikörper gegen das vorherrschende Schilddrüsengewebe und vermindert somit die Produktion der wichtigen Hormone Thyroxin und Trijodthyronin. Dies führt zu einer chronischen Entzündung des Organs, das maßgebend am menschlichen Stoffwechsel beteiligt ist.
 





 

Welche Symptome deuten auf eine Hashimoto-Thyreoiditis hin?

 

Die chronische Schilddrüsenerkrankung verläuft zu Beginn häufig mit kaum spürbaren Symptomen. Betroffene bemerken zunächst nur selten eindeutige Anzeichen einer Hashimoto-Thyreoditis, während im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf deutliche Beschwerden auftreten, die unbehandelt die individuelle Lebensqualität der Patienten enorm einschränken und zu lebensbedrohlichen Folgeerkrankungen führen können.

 

Häufige Symptome einer fortgeschrittenen Hashimoto-Thyreoiditis:

  • Häufige Ermüdungserscheinungen, Abgeschlagenheit und Antriebsschwäche
  • Einschränkung der Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisschwäche
  • depressive Stimmungungslage
  • Gewichtszunahme trotz normalem Essverhalten
  • Kälteüberempfindlichkeit
  • Störung des weiblichen Zyklus, Einschränkungen in der Fruchtbarkeit und Impotenz
  • Haarausfall, trockene Haut und brüchige Nägel
  • Verstopfung
  • Heiserkeit
  • Erhöhte Blutfettwerte
  • Erhöhter Blutdruck
  • Minderung des sexuellen Verlangens
  • Ohrgeräusche und vermindertes Hörvermögen
  • Blasse Hautfarbe sowie Schwellungen im Gesichtsbereich

 

In einigen Fällen sind Betroffene, die unter der Hashimoto-Thyreoiditis leiden, auch mit zusätzlichen Beschwerden behaftet, die durch das gestörte körpereigene Immunsystem hervorgerufen werden. Für den Mediziner ist eine klare Trennung der unterschiedlich verursachten Symptome nicht immer eindeutig erkennbar.

 

Patienten, die unter der Immunerkrankung leiden, klagen häufig auch über zusätzliche Immunsymptome:

  • Gelenkschmerzen
  • Geschwollene Lymphknoten
  • Fieber
  • Grippeähnliche Beschwerden
  • Trockene Schleimhäute
  • Magen-Darmprobleme und Übelkeit
  • Schwindel
  • Erhöhte Leberwerte
  • Kleine weiße Flecken im Bereich der Unterarme

 

Hashimoto während der Schwangerschaft

 

Frauen, die mit der Hashimoto-Thyreoiditis diagnostiziert wurden, verfügen häufig über eine verminderte Fruchtbarkeit. Somit bleibt bei vielen weiblichen Hashimoto-Patientinnen der Kinderwunsch meist unerfüllt.

Gelingt es Frauen jedoch, trotz dieser Diagnose, schwanger zu werden, wird die Schwangerschaft zunächst als Risikoschwangerschaft medizinisch behandelt und bedarf zusätzlichen regelmäßigen Routineuntersuchungen, die die gesunde Entwicklung des ungeborenen Kindes umfassend kontrollieren.

Durch die autoimmune Erkrankung und die damit verbundene Unterfunktion der Schilddrüse besteht ein 3-mal so hohes Risiko, dass die Betroffene eine Fehlgeburt erleidet oder das Kind erhebliche Fehlbildungen davon trägt.

Neben einer erhöhten Jod-Zufuhr, die für die kindliche Entwicklung besonders wichtig ist, verabreichen Ärzte vorwiegend das zusätzliche synthetische Hormon Levothyroxin, das die fehlenden Schilddrüsenhormone ersetzt und somit für ein gesundes Wachstum des ungeborenen Kindes sorgt.
 




 

Hashimoto-Thyrioiditis – Diagnose und Behandlung

 

Die Hashimoto-Thyrioiditis ist meist erst im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf klar erkennbar. Nach dem die Betroffenen die ersten Beschwerden bemerken, ist der Gang zum Arzt der nächste wichtige Schritt, um mit einer eindeutigen Diagnose sowie anschließender Medikation der Autoimmunerkrankung entschieden entgegenzutreten.

Der behandelnde Arzt führt zu Beginn zunächst ein ausführliches Gespräch mit seinem Patienten, um vorab wichtige Details zur bisherigen Krankheitsgeschichte des Betroffenen zu erfahren.

Eine anschließende Blut- und Ultraschalluntersuchung gibt weitere wichtige Indikatoren, um den anfänglichen Verdacht einer Hashimoto-Thyreoiditis eindeutig zu bestätigen. Bei Verdacht auf die autoimmun-bedingte chronische Schilddrüsenentzündung wird das Blut auf vorhandene Antikörper gegen Eiweiße untersucht und die Konzentration der beiden Schilddrüsenhormone Thyroxin und Trijodthyronin sowie der TSH-Wert gemessen.

Ein erhöhter TSH-Wert gibt bereits erste Rückschlüsse, dass es sich bei der Erkrankung um eine Hashimoto-Thyrioditis handelt. Eine anschließende Sonographie gibt weitere optische Hinweise auf die bestehende Entzündung. In fortgeschrittenem Krankheitsverlauf der Hashimoto-Erkrankung weist das Schilddrüsengewebe stark sichtbare Veränderungen auf. In akuten Fällen hat sich die Schilddrüse bereits stark zurückgebildet oder ist kaum mehr vorhanden.

 

Wie verläuft die Therapie?

 

Therapiemaßnahmen, die zur kompletten Heilung der chronischen Schilddrüsenentzündung führen, konnten bis heute nicht ermittelt werden. Erkrankten bleibt häufig nur die lebenslange Einnahme des künstlichen Hormonpräparats L-Thyroxin, das die fehlenden Schilddrüsenhormone ersetzt. Das Hormon-Medikament muss täglich morgens auf nüchternen Magen eingenommen werden.

Hat sich im Laufe der Erkrankung eine Vergrößerung der Schilddrüse oder ein Kropf (Struma) entwickelt, raten Mediziner oftmals zu einer operativen Entfernung des Organs.

 

Wie sollten sich Hashimoto-Erkrankte ernähren?

 

Aufgrund einer ungewollten Gewichtszunahme, die sich als eines der Symptome der Hashimoto-Thyreoidits bemerkbar macht, ist eine Ernährungsumstellung sowie eine umfassende Diät meist unausweichlich. Mit Hashimoto leben heißt nicht nur auf eine ausgewogene Ernährung mit jodhaltigen Lebensmitteln zu achten, sondern auch für ausreichend Bewegung zu sorgen.

Mit einer ausführlichen Ernährungsberatung durch den behandelnden Arzt oder eines fachmännischen Beraters können Hashimoto-Erkrankte ein normales Leben führen, ohne dass auftretende Beschwerden die Lebensqualität erheblich einschränken.

Die richtige Ernährung wirkt sich nicht nur positiv auf den menschlichen Organismus aus, sondern kann bei einer Hashimoto-Erkrankung Symptome lindern.

Betroffene sollten aus diesem Grund fettarme Fleischsorten, Fisch, Meeresfrüchte, Obst, Gemüse und Milchprodukte täglich auf ihrem Speiseplan haben. Auf diese Weise können Beschwerden gelindert und Gewicht dauerhaft reduziert werden.

 

zur Schilddrüsenfehlfunktion Übersicht